EZB hält Leitzinsen stabil: Bauzinsen nach Aufwärtstrend in Seitwärtsbewegung

  • EZB bestätigt Zinspause
  • Bauzinsen stabilisieren sich nach Anstieg um 4-Prozent-Marke

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen wie erwartet bei 2,25 Prozent belassen. Die Notenbank nimmt damit eine abwartende Haltung ein – und auch bei den Bauzinsen zeichnet sich nach dem jüngsten Anstieg eine Stabilisierung ab.

Jörg Utecht (Vorstandsvorsitzender Interhyp Gruppe) ordnet die Lage ein:

„Die Entscheidung der EZB für eine Zinspause im Juli war vom Markt erwartet worden. Auf die Bauzinsen hat die EZB-Entscheidung keine direkten Auswirkungen. Wir haben zuletzt gesehen, wie sensibel die Bauzinsen auf geopolitische Spannungen im Nahen Osten reagiert haben: Die steigenden Renditen für Staatsanleihen haben die Zinsen für zehnjährige Darlehen wieder in Richtung der Marke von 4 Prozent steigen lassen. Mittlerweile beobachten wir eine Seitwärtsbewegung auf dem aktuellen Niveau, die in den kommenden Wochen anhalten dürfte.“

Drei Empfehlungen für die aktuelle Marktphase:

  1. Den Blick auf die Renditen schärfen: Kaufinteressierte sollten weniger auf die EZB als vielmehr auf die 10-jährigen Bundesanleihen und Swap-Sätze achten. An deren Entwicklung lässt sich auch die Entwicklung der Bauzinsen frühzeitig ablesen.
  2. Zinsvorteile durch Anbieter-Vergleich sichern: Gerade in Phasen, in denen sich der Markt neu sortiert, reagieren Banken unterschiedlich schnell. Ein detaillierter Marktvergleich ist daher wichtig, um die optimale Finanzierung aufzustellen.
  3. Eigenkapital als Zins-Turbo: In einem Umfeld von knapp vier Prozent Zinsen ist das Eigenkapital ein sehr wichtiger Faktor. Bereits kleine Erhöhungen der Eigenkapitalquote können den Beleihungsauslauf so verbessern, dass Banken günstigere Konditionen gewähren. Käuferinnen und Käufer sollten alle verfügbaren Mittel prüfen, um die Zinslast langfristig zu senken.